Ein Schweizer Familienunternehmen
Die Geschichte der Schuhhaus Walder AG mit Sitz in Brüttisellen begann im Jahr 1874. Der Seidenindustrielle und Philantrop Caspar Appenzeller gründete zu dieser Zeit eine Schuhfabrik für heimatlose Jugendliche. Er wollte die Kinder beschäftigen, damit sie nicht verwahrlosten.
Der Name Walder kam durch die Heirat der Tochter Anna Appenzeller mit Pfarrer Heinrich Walder im Jahr 1870 ins Unternehmen. Heinrich Walder stieg kurz nach der Heirat in das wachsende Unternehmen ein. 30 Jahre später verstarb sein Schwiegervater Caspar Appenzeller im Alter von 81 Jahren. Heinrich Walder-Appenzeller trug all seine Werke in die Zukunft und führte später seine eigenen drei Kinder in das Familienunternehmen ein.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts beschäftigte die Firma mehrheitlich Einwohner von Brüttisellen sowie umliegenden Gemeinden und galt als wichtigster Arbeitgeber in der Region. Als Heinrich Walder-Appenzeller im Jahr 1915 starb, teilten sich seine zwei Söhne Max und Hans Walder die Führungsaufgaben in der dritten Generation. Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs legte die schweizerische Schuhindustrie mit einem Schlag lahm, die Militärschuhproduktion nahm dabei absolute Priorität ein. Nach Kriegsende profitierte die Schuhfabrik vom allgemeinen Wirtschaftswachstum. 1929 entschlossen sich die Verantwortlichen, eigene Detailhandelsgeschäfte zu eröffnen.
Mit Max, Heinrich und Hans W. Walder übernahm die vierte Generation die Unternehmensleitung. Diese führte das Familienunternehmen durch die Zeit des Zweiten Weltkrieges. Die Überkapazität und die vollen Lager während der Kriegszeit veranlassten die vierte Generation, sich nach Kriegsende ausschliesslich auf die Produktion von Damenschuhen zu konzentrieren.
In den 60er-Jahren wuchsen die Importe von Damenschuhen aus Italien so stark, dass die schweizerische Schuhproduktion einem immer grösseren Druck ausgesetzt war. 1970 übernahm die deutsche Dorndorf GmbH & Co die Herstellung. Die Schuhfabrik in Brüttisellen musste kurz darauf geschlossen und die eigene Produktion eingestellt werden.
Nach der Schliessung der Schuhfabrik blieb das Detailhandelsgeschäft übrig. Unter dem Namen Schuhhaus Walder AG wurde 1972 die eigene Detailhandelskette neu strukturiert. Im selben Jahr trat Hans-Peter Walder als Vertreter der fünften Generation ins Unternehmen ein. Er übernahm 1976 zunächst die Leitung der Schuhhaus Walder AG und 1988 von seinem Vater Hans W. Walder auch das Präsidium des Verwaltungsrates der Walder Holding AG. Hans-Peter Walder wird bei seiner Tätigkeit von seiner Ehefrau Elisabeth Walder tatkräftig unterstützt. Die drei Kinder Martina, Sandra und Daniel Walder arbeiten ebenfalls alle im Familienunternehmen und werden die Führung des Unternehmens in absehbarer Zeit von ihren Eltern übernehmen.



